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Pressemitteilung:

Bad Nauheim, 17. Mai 2010
Sprudelhof

Nutzungskonzepte müssen erörtert werden

UWG und Bürgermeister werfen Nebelkerzen
Mit großer Verwunderung nimmt die SPD Bad Nauheim die jüngste Pressemitteilung des UWG Fraktionsvorsitzenden Krüger (Wetterauer Zeitung Nr. 112, Seite 10) zur Kenntnis.

Wie Krüger richtig anmerkt, hatte die SPD bereits vor geraumer die Machbarkeitsstudie beantragt. Doch noch stehen die zwei wichtigen Studien zum Sprudelhof - die Machbarkeitsstudie zum Balneologischen Institut und das Markterkundungsverfahren - den städtischen Gremien und der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Auch wenn der Bürgermeister Daten und Erkenntnisse offensichtlich - entgegen aller Beschlüsse - bereits seiner eigenen Fraktion zugänglich gemacht hat. Was leider auch dazu geführt hat, dass die Diskussion um dieses wichtige Thema in der Öffentlichkeit auf eine unnötig verquerte Weise geführt wird. Der Sinn des damaligen SPD Antrags entzieht sich Herrn Krüger offensichtlich bis heute. Herr Krüger sollte sich deswegen den Antrag und seinen Sinn nochmal erklären lassen, auch wenn er die Gesprächskultur wenig pflegen mag.

Selbstverständlich kann Herr Krüger für seine Fraktion Anträge ins Parlament eingeben, so viel er möchte und braucht auch weiterhin mit anderen Fraktionen über sie im Vorfeld nicht zu sprechen. Doch enttäuschend ist, dass die UWG es nicht für nötig hielt, im Vorfeld des Antrags mit dem betroffenen Verein Theater Alter Feuerwache Gespräche aufzunehmen. Die nötige Zeit, diese gewachsene politische Gepflogenheit einzuhalten, wäre ausreichend vorhanden gewesen. Aber das Bewusstsein und der Sinn für das Einhalten von Gepflogenheiten leidet in der UWG bedauerlicherweise zunehmend. In Anbetracht der Pressemitteilung des Bürgermeisters Bernd Witzel im Zusammenhang zum Thema TAF/Sportheim wird deutlich, dass die UWG Fraktion sich hier vom Bürgermeister instrumentalisieren und treiben ließ, was der Vorgehensweise und der UWG Pressemitteilung eine eigene Note verleiht. Daran ändern auch die kernigen, schein-emanzipierten Worte Krügers nichts.

Es besteht nun weiterhin berechtigter Anlass zur Annahme, dass sich hinter dem Antrag die Intention verbirgt, den Weg für die überdimensionierten Pläne des Bürgermeisters für eine Mega-Therme im Sprudelhof zu ebnen. Denn für die Umsetzung seiner Pläne muss das TAF seiner Ansicht nach aus dem Badehaus 2 raus.
Der Bereich soll dann einem Großinvestor zugestanden werden, der so seine Visionen einer Mega-Therme umsetzen soll. Wieder einmal sieht der Bürgermeister keinen anderen Weg, als sich in die Hände eines Großinvestors zu begeben. Dafür ist er auch bereit, erfolgreiches Bürgerengagement und förderliche Jugendarbeit zu opfern. An das Eisstadion sei hier erinnert. Doch wie auch beim Eisstadion ist ebenso bei der Therme seit Jahren kein Erfolg in Sachen Konzeption und Investor zu verzeichnen. Mit Schlagwörtern und vagen Grobkonzepten werden Öffentlichkeit und politische Gremien hingehalten.

Nutzungskonzept muss bestimmt werden

Noch immer steht die Diskussion und die Entscheidungsfindung zum Nutzungskonzept Sprudelhof aus. Das Nutzungskonzept der Koordinierungsgruppe Sprudelhof kann hier nach wie vor eine fundierte Basis liefern, findet allerdings noch kaum die angemessene Beachtung. Diese Diskussion muss wieder in den Fokus der Gespräche gerückt werden.

Aus der Geschichte kann gelernt werden. So ist es seit Jahrtausenden ein erfolgreiches SPA-Konzept, Badekultur mit Theaterkultur räumlich zu verbinden. „Gesunder Geist in gesundem Körper“ ist nicht nur als eine Aufforderung zur sportlichen Ertüchtigung zu verstehen. Sie deutet auf die besondere Bedeutung von Kunst und Kultur für den Rehabilitationserfolg hin. Ein Erfolgskonzept, das aus der Antike heraus bis heute seine Geltung nicht verloren hat. Die unmittelbare räumliche Nähe eines Theaters zu den Stätten der Badekultur ist deswegen seit jeher ein wesentlicher Baustein genau dieser gewachsenen Symbiose.

In Bad Nauheim wurde vor 10 Jahren durch den enormen ehrenamtlich geleisteten Einsatz etlicher junger Menschen des Theater Alte Feuerwache durch unermüdlichen Arbeitseifer und Menschenkraft im Badehaus 2 ein einzigartiges Juwel wieder hergestellt und genau im Sinne dieser Symbiose wiederbelebt. In hervorragender Zusammenarbeit mit dem städtischen Kulturamt hat das TAF dem Sprudelhof weiteres Leben verliehen. Es hat wesentlich mit dazu beigetragen, dass der Sprudelhof seinen verdienten Stellenwert in der Bevölkerung wieder erlangt hat.

Doch anstatt das TAF in Sinne dieses Erfolgskonzepts weiter in den Sprudelhof zu integrieren, beugt sich die UWG Fraktion scheinbar willenlos den Plänen des Bürgermeisters und will den mehrfachen Kulturpreisträger aus dem Sprudelhof verbannen.

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