Pressemitteilung:
Bad Nauheim, 22. November 2011
Ersatzkaffeemaschine wichtiger als Kinderförderung
Kein Geld für Schülerbetreuung - Ausschuss delegiert Verantwortung
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Mit einem Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung hat die Frauenwaldschule Nieder-Mörlen die politischen Vertreter der Stadt Bad Nauheim gebeten, eine finanzielle Förderung des Betreuungsangebotes der Jahrgangsstufen 5 und 6 in den Etat 2012 aufzunehmen.
In der Frauenwaldschule Nieder-Mörlen existiert ein vom Förderverein organisiertes Betreuungsangebot für die Grundschule für etwa 70 Schülerinnen und Schüler, die ab 7.30 Uhr bis zum Unterrichtsbeginn in der Regel 8.15 Uhr und nach dem Unterricht bis 15.00 Uhr mit Spielen und Hausaufgabenhilfe betreut werden. Ein weiteres Angebot für die Schülerinnen und Schüler der Förderstufe in den 5. und 6. Klassen ist der „Hausaufgabentreff“, der von 30 Kindern bis 15.30 Uhr besucht werden kann. Die Hausaufgabenhilfe der Förderstufe wird durch Elternbeiträge von monatlich 35,00 Euro finanziert. Weiterhin gibt es für diese Einrichtung für Kinder mit Migrationshintergrund durch das Kultusministerium über das Diakonische Werk einen jährlichen Zuschuss. Diese Mittel reichen jedoch nicht aus, um die Personalkosten zu decken.
Um das derzeitige Angebot für die Jahrgangsstufen 5 und 6 zu sichern und vor allem in einem angemessenen Arbeitsrahmen durchführen zu können, haben sich auf Wunsch der verantwortlichen Lehrkräfte, die Schulleitung und der Förderverein dazu entschlossen, eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst (BFD) an der Schule einzurichten und zu finanzieren. Die Finanzierung dieser Stelle geschieht über Spendengelder, jedoch ist sie noch nicht komplett gesichert.
Da die Frauenwaldschule in Nieder-Mörlen eine Grundschule mit Förderstufe ist – die einzige in Bad Nauheim -, und die Schüler ein durchgängiges Betreuungsangebot vom 1. bis zum 6. Schuljahr benötigen und auch wünschen, ist für die Schule eine Erweiterung der finanziellen Zuschüsse der Stadt Bad Nauheim auf die Klassen 5 und 6 dringend vonnöten. Am 09. November 2011 hatte der Ortsbeirat Nieder-Mörlen einstimmig die erwünschte Unterstützung der Schule seitens der Stadt befürwortet.
Die Kinder, ihre Bildung und auch ihre Betreuung, sind der SPD Fraktion sehr wichtig. Daher hat sie am 19.11.2011 im Haupt und Finanzausschuss einen Antrag zur finanziellen Unterstützung der Schule mit 4.000 € gestellt. Doch der SPD Antrag wurde mit Stimmen der CDU, Grüne, als auch der UWG aus nicht nachvollziehbaren Gründen abgelehnt.
Sie argumentierten mit der kritischen Haushaltslage, stellten aber fast im gleichen Atemzug Mittel für eine „Ersatz“-Kaffeemaschine im Rosenmuseum in Höhe von von 3700 Euro zur Verfügung.
Es sei eine Sache des Wetteraukreises als Schulträger die Finanzierung zu unterstützen, wurde konstatiert. Auf der anderen Seite aber werden seitens der Stadt 250.000 Euro für die Ganztagschule nach Maß bereit gestellt. Gleichermaßen zahlt die Stadt dem Lioba-Gymnasium seit Jahrzehnten einen Zuschuss von 1530 € - vertraglich vereinbart!-, lehnt die einmalige Unterstützung des Betreuungsangebots in der Frauenwaldschule aber ab. Man befürchte, dass die Unterstützung dauerhaft im Haushalt verbleiben könnte, obwohl sie doch dezidiert nur für ein Jahr beantragt wurde. Laut der ersten Stadträtin Nell-Düvell habe die Schule andere Möglichkeiten, eine finanzielle Unterstützung zu erhalten, aber sie sagt nicht wie und woher.
"Es ist schon sehr erstaunlich. Zwar wird argumentiert, dass die Schule noch nicht für 2013 ins Ganztagschulprogramm aufgenommen wurde und deshalb auch keine Zuwendungen erhalten könne, aber die Schule die Betreuung ja faktisch anbietet und die Unterstützung auch dringend braucht.", wundert sich Ali Bulut, der den Antrag auf Förderung stellte. So kapriziere man sich auf der einen Seite auf Formalien, auf der anderen Seite versuche man, nicht ganz so rigide da zu stehen, so Bulut weiter. "Aber zur Förderung eines Betreuungsangebots konnten sich weder CDU/Grüne, noch UWG dann doch nicht durchringen. Lokalpolitiker als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger sollten froh sein, dass die Frauenwaldschule solche Angebote macht, die den Kindern dieser Stadt Zukunftschancen öffnet.",zeigt sich Bulut enttäuscht.
Es ist nicht nur schade, es ist ein Skandal, dass für manche Parteien die Zukunft der Kinder der Förderstufe in der Frauenwaldschule nicht einmal 4000 € wert ist. Im Gegensatz zu einer „Ersatz“-Kaffeemaschine!





