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Pressemitteilung:

Bad Nauheim, 24. November 2011
Stoll-Gelände

Fast-Food Restaurant in Schul- und Kliniknähe

Stadt muss in Sachen Prävention Vorbild bleiben - Nell-Düvel denkt nur an Machterhalt
Die Magistratsspitze hat sich an ein Fast-Food Angebot auf dem Stoll-Gelände festgezurrt und verweist auf die Eigenverantwortung der Konsumenten und pädagogische Aufgaben der Eltern. Die Vorbildfunktion der Stadt wird allerdings vernachlässigt.

Wahrscheinlich hat jeder schon "mal ´ne Kola" oder "mal ´nen Burger" in einem Fast-Food Restaurant genossen. Sei es jedem gegönnt. Doch die Gefahr einer "Sucht" nach dieser Art von Lebensmitteln kann nicht verleugnet werden, sie ist erwiesen. Häuser und Nell-Düvel ignorieren dies. Sie nehmen ihre Verantwortung nicht wahr. Ihre Haltung ist fahrlässig.

Natürlich ist jeder frei in seinem Konsumentenverhalten. Ebenso kann jederzeit in Bad Nauheim auf privater Basis ein Fast-Food Angebot entstehen. Eine Stadt jedoch, die seit Jahren mit aufwändigen Programmen wie KIKS-UP, Kinder und Jugendliche auf die Probleme im Ernährungsbereich hinweist und sie zu "gesunder" Ernährung bewegen will, darf diese Linie nicht leichtfertig aufgeben. Die "Prävention" darf in Bad Nauheim ihren Stellenwert nicht verlieren.

"KIKS UP ist ein kommunales Netzwerk für gesundes Aufwachsen. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Freude an gesundheitsfördernder Ernährung und Bewegung zu wecken (...) - mit gezielten Maßnahmen, praktisch und im Alltag erprobt.", ist auf der Homepage des städtischen Projekts zu lesen. Das Projekt richtet sich an Eltern, die Familien, KITAs, Schulen, Vereine und Institutionen und ist präventiv angelegt.

Die Stadt will mit diesem Projekt Menschen dazu bewegen und sie motivieren, ihrer Vorbildfunktion Kindern und Jugendlichen gegenüber - besonders in Sachen Ernährung - gerecht zu werden. Das Projekt hat unzählige wohldurchdachte Angebote in diese Richtung. Doch nun versucht die Magistratsspitze mit aller Kraft und Renitenz, auf dem Stoll-Gelände ein Fast-Food Angebot durchzusetzen.

"Häuser und Nell-Düvel argumentieren, Jugendliche würden Fast-Food Angebote ohnehin in den Nachbarstädten wahrnehmen. Das ist richtig, wenn es auch noch lange nicht für alle Jugendliche gilt. Doch ist dies Grund genug, die jahrelang konsequent verfolgte Linie in Sachen Prävention einfach zu verlassen?", fragt SPD-Pressesprecher Sinan Sert kritisch nach.

Der Jugendbeirat befürworte ein Fast-Food Angebot, behaupten Häuser und Nell-Düvel zudem. Zur Erinnerung: Der Jugendbeirat sprach sich für ein "Angebot für Jugendliche" auf dem Stoll-Gelände aus. Dabei ging es nicht einfach nur um Fast-Food. Ganz im Gegenteil, es ging ihnen um ein Jugend-Freizeitangebot. Die SPD griff dies auf und setzte sich dafür ein, fand allerdings keinen Zuspruch. "Würde man dem Jugendbeirat ein entsprechendes Angebot machen, läge die Präferenz bestimmt nicht bei einem Fast-Food-Restaurant.", ist sich Sert sicher.

Ein Fast-Food-Restaurant bekannter Ketten entwickelt sich in Schulnähe automatisch zu einem Jugend-Treff. Das ist allgemein bekannt. Nach der Schule oder gar in Freistunden oder Pausenzeiten trifft man sich dort - es ist sozusagen "hip". Doch haben jene Ketten neben Fast-Food und Soft-Drinks keine kinder- und jugendpädagogischen Angebote im Sortiment. Genau um solche Angebote muss es einer Stadt aber gehen, wenn sie verantwortungsvoll mit Kindern- und Jugendlichen umgehen will. Das Abwälzen der Verantwortung auf deren Konsumentenfreiheit ist nicht akzeptabel.

Nell-Düvel hat sogar in Kauf genommen, dass grüne Stadtverordnete ihr Mandat zurück geben. "Wollen wir uns nach fünf Jahren messen lassen, ob wir grüne Politik in Bad Nauheim durchgesetzt haben oder wollen wir, dass die Koalition nach so kurzer Zeit an so einer Sache scheitert?" sei ihre Reaktion gewesen (laut Artikel WZ-Online vom 21.11.11).

Was Nell-Düvel leichtfertig "so eine Sache" nennt, kann Menschen zu einer Sucht führen. Das sollte nicht vergessen werden. Damit wird deutlich: Ihr geht es nicht um eine abgestimmte Gesamtkonzeption in der städtischen Präventionspolitik. Auch nicht um die Verantwortung der Stadt in eben dieser Präventionspolitik. Ihr geht es einzig und allein darum, fünf Jahre an der langersehnten "Macht" zu bleiben.


Mehr Infos zu Fast-Food und Sucht:
http://www.scripps.edu/news/press/20100329.html


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